Markenidentität für Mobile Brech- und Siebanlagen von Kleemann
Produkte sind die sichtbarsten Botschafter einer Marke. Gerade im Bereich der Baumaschinen entstehen Vertrauen, Wiedererkennung und Identifikation nicht durch Kommunikation allein, sondern vor allem durch die unmittelbare Erfahrung mit der Maschine selbst.
Die Herausforderung besteht darin, komplexen technischen Produkten eine unverwechselbare Identität zu geben, ohne ihre Funktionalität zu überformen. Denn bei den mobilen Anlagen von KLEEMANN prägen konstruktive Anforderungen das Erscheinungsbild in hohem Maße: Förderbänder, Tragstrukturen, Hydrauliksysteme und Anbauteile bleiben sichtbar und bestimmen die Gestalt der Maschine ebenso wie ihre Verkleidung.
Die Design-These
Wiedererkennbarkeit entsteht nicht durch Farbe allein, sondern durch eine prägnante visuelle Ordnung. Aus Sicht der Gestaltpsychologie erinnert der Mensch keine einzelnen Elemente, sondern charakteristische Beziehungen zwischen Form, Farbe und Proportion. Markenidentität entsteht dort, wo technische Komplexität in eine klare, konsistente Struktur übersetzt wird. Bei vielen Industrieprodukten übernehmen Verkleidungselemente diese Aufgabe: Sie bündeln Funktionen, schaffen Ordnung und bilden zugleich Schutz- und Bedienelemente. Gute Gestaltung entsteht dann, wenn funktionale und gestalterische Anforderungen dieselbe Lösung hervorbringen. Design wird nicht zum dekorativen Zusatz, sondern zum sichtbaren Ausdruck technischer Logik.
What I value most about working with Dialogform is their ability to truly understand our technical requirements. Their expertise goes beyond design—they take the time to understand how our products work and consistently contribute ideas that improve both functionality and user experience. Through close collaboration from the very beginning, design and engineering evolve together, making Dialogform a trusted and highly valuable development partner.
Andre Francescini
Head of R&D 2014-2020

Farbe als konstruktives Gestaltungsmittel
Bei den mobilen Aufbereitungsanlagen von Kleemann war eine geschlossene Verkleidungsstrategie weder technisch noch wirtschaftlich sinnvoll. Die Offenheit der Konstruktion erforderte einen anderen Ansatz. Die Lösung bestand darin, Farbe als integralen Bestandteil der Produktarchitektur zu verstehen. Durch die gezielte Differenzierung von Tragstruktur, Funktionsgruppen, Verkleidungen und Anbauteilen entstand eine klar lesbare Hierarchie. Technische Zusammenhänge wurden sichtbar, Funktionen intuitiv erfassbar und gleichzeitig eine eigenständige Markenidentität aufgebaut.
Farbe übernimmt dabei eine doppelte Rolle: Sie strukturiert die Maschine und verleiht ihr Charakter:
- Tragende Strukturen sind vorwiegend in grau gehalten
- Die zentralen Funktionsbereiche sind blau
- Lichtgrau bleibt Teilen vorbehalten, die das optische Zentrum bilden und die Figur definieren
Im Zusammenspiel entsteht ein Gesamtbild, das auf verschiedene Anlagen anwendbar, wiedererkennbar und entwicklungsfähig ist.

Vom Einzelprodukt zum Markensystem
Entscheidend für den langfristigen Erfolg war die Entwicklung eines übertragbaren Gestaltungsprinzips. Die Farb- und Strukturstrategie musste sich konsequent aus der funktionalen Architektur der Maschinen ableiten und gleichzeitig mit Konstruktion, Fertigung, Lackierung, Logistik und Montage vereinbar sein.
So entstand ein durchdachtes Designsystem: eine Produktfamilie mit klarer Wiedererkennbarkeit, ohne Gleichförmigkeit. Jede Maschine bewahrt ihre technische Eigenständigkeit und bleibt dennoch eindeutig Teil der Marke. Das Ergebnis ist eine visuelle Identität, die Kleemanns Markenwerte widerspiegelt und über Generationen von Produkten hinweg Bestand hat und die Dynamik in der Weiterentwicklung sichtbar macht.

Weitere Fallstudien
- Digital Industrial Design – Von der Handskizze zum digitalen Zwilling2026-10-30T16:45:45+01:00
- Fallstudie Strategisches Design für ein konsistentes Markenbild der Kleemann GmbH2026-10-30T13:19:14+01:00
- Fallstudie CIBER Ltda | Asphaltmischanlagen2026-10-30T10:52:54+01:00


